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Mal was anderes

Mein letzter Artikel zum Thema Training befasste sich mit der Einstellung zum Sport sowie mit der Notwendigkeit, Training in den Alltag zu integrieren. Ich habe darin erwähnt, dass ich den großen Spaß beim Sport nicht unbedingt brauche, dass geplante Bewegungseinheiten für mich einen Teil der Körperhygiene darstellen. Dazu stehe ich – und denke, dass es letzten Endes auch so sein muss, möchte man wirklich konsequent und regelmäßig Sport betreiben. Training kann nun einmal nicht immer lustig sein, Routine wird sich unweigerlich irgendwann einschleichen. Diesen Prozess allerdings nicht negativ, sondern als normale Entwicklung zu sehen und trotzdem dranzubleiben, ist die Eigenschaft, die sportliche Menschen von Gelegenheits- oder Nichtsportlern unterscheidet. Die Qualität verlagert sich – vom oberflächlichen Kick zum Gefühl und den Resultaten, die das Training einem bringt. 

Nichtsdestotrotz ist es immer wieder erfrischend, diese Trainingsroutine zu durchbrechen. So etwa heute, als ich mit drei Sportfreunden gemeinsam einen Lauf im Schein der Stirnlampen entlang des Herrensees machen durfte. Der Weg selbst stellt für mich nicht unbedingt den großen Anreiz dar, ihn unter die Laufschuhsohlen zu nehmen: Zu viele Turnstunden habe ich mit den mir anvertrauten Schülern auf ihm verbracht. Ich kenne dort (beinahe buchstäblich) jeden Stein. Und doch brauchen sich nur ein oder zwei Umstände zu ändern, schon wird auch eine solche Strecke interessant. Im gegenständlichen Fall waren das einerseits die Dunkelheit, andererseits das gemeinsame Tun. 

Wir trafen uns auf dem Parkplatz des Strandbades, schalteten die Stirnlampen ein und trabten gemütlich los. Dabei unterhielten wir uns über diverse (meist sportbezogene) Themen, fanden uns schnell zu zwei Zweierteams zusammen und liefen so - unwillkürlich immer schneller werdend – den Spazierweg durch Litschaus Naherholungsgebiet entlang. Nach der ersten Seerunde war zumindest die Hälfte unseres Grüppchens darauf eingestellt, nach Hause zu fahren, doch schnell war klar: Wir hängen noch eine langsamere Auslaufrunde an. Gesagt, getan, letzten Endes hatten wir alle knappe zehn Kilometer in den Beinen und ein durchaus sinnvolles Training absolviert. 

Zusätzlich dazu hatte uns das Laufen im Dunkeln Abwechslung in die Trainingsroutine gebracht, wir hatten uns gut miteinander unterhalten, sportliche Zukunftspläne geschmiedet, einen sich duckenden Fuchs am Wegrand entdeckt – Sportlerherz, was willst du mehr? Einer aus unserer munteren Nachtschwärmertruppe brachte es anschließend übrigens per WhatsApp auf den Punkt: “Alleine wäre ich heute nicht gelaufen.” 

 

Einige andere von uns wohl auch nicht – aber gemeinsam waren wir stark. :-)