Obwohl das moderne Dogtrekking eine verhältnismäßig junge Sportart ist, gibt es in den Ländern, in denen bereits organisierte Veranstaltungen abgehalten werden, nicht nur offizielle Reglements, die sich großteils ähneln, sondern - durch diese bedingt - auch vergleichbare Abläufe der jeweiligen Events. Auch wenn in weiterer Folge immer wieder von Rennen die Rede ist, gelten die einzelnen Punkte natürlich auch für Veranstaltungen ohne Wettbewerbscharakter, wie sie zum Beispiel in Österreich abgehalten werden.

Prinzipiell kann man ein Dogtrekking in folgende Teile gliedern:

  • Voranmeldung
  • Anmeldung
  • Trekker-Besprechung
  • Kontrolle des Pflichtgepäcks
  • Start
  • Trekking (1.Teil)
  • Biwak (vorgeschrieben oder freiwillig)
  • Trekking (2. Teil)
  • Ziel
  • Siegerehrung/Abschlussveranstaltung

Bei eintägigen Veranstaltungen (in Österreich „Doghikes“ genannt) fallen natürlich der sechste und siebente Punkt aus.

Im Folgenden möchte ich auf die einzelnen Punkte ein wenig eingehen.

 

Die Voranmeldung wird meistens per E-Mail an den veranstaltenden Verein geschickt. Darin sind üblicherweise Name des Starters, Geburtstag (es gibt bei größeren Events meist verschiedene Altersklassen), Name des Hundes und Wurfdatum anzuführen. Für gewöhnlich ist ein Start aus Gründen des Tierschutzes in Österreich erst mit einem mindestens 18 Monate, in Tschechien mindestens zwölf Monate alten Hund möglich. Oftmals kann man sich bereits im Voraus über die Organisatoren eine Wanderkarte des betreffenden Gebietes bestellen, die Inhalt des Pflichtgepäcks ist. Nach Überweisung des Startgeldes auf das in der Ausschreibung genannte Konto ist die Voranmeldung erledigt. Bei ausländischen Startern wird (aus Gebührengründen) normalerweise auf eine Vorabüberweisung verzichtet, das Startgeld kann zur

 

Anmeldung mitgebracht werden. Diese erfolgt gewöhnlich nach dem Eintreffen im Camp am Vortag des Rennens.

Es werden hierbei wichtige Daten des Hundes aufgenommen (z.B. die Aktualität der Impfungen und die Chip- oder Tätowierungsnummer), aber auch die Mobiltelefonnummer des Starters wird für Notfälle vorgemerkt. Außerdem erhält man bei der Anmeldung die eventuell vorbestellte Karte, die Wegbeschreibung der Strecke, etwas Information über das Gebiet und das eine oder andere kleine Geschenk der Sponsorfirmen der Veranstaltung.

 

Die Trekker-Besprechung (auch „Präsentation“ genannt) findet üblicherweise auch am Vorabend des Rennens statt und beinhaltet mündliche Information zum Trail (eine Bezeichnung für die zurückzulegende Strecke, die aus der Sprache des Schlittenhundesports entlehnt wurde), Erklärungen zur Karte, Tipps der Rennleitung sowie die Möglichkeit, noch offen gebliebene Fragen zu stellen.

 

 

Meistens wird am nächsten Morgen, direkt vor dem Start, die Kontrolle des Pflichtgepäcks durch Mitglieder des Organisationsteams durchgeführt. Sie kann allerdings auch erst nach dem Eintreffen im Ziel erfolgen. Was man genau mitführen muss, wird bereits in der Ausschreibung bekannt gegeben. Üblich sind Gegenstände, die der Sicherheit des Mensch-Hund-Teams dienen wie Verbandszeug, Karte, Wegbeschreibung, Stirnlampe, Booties, Wasser und Nahrung (für Zwei- und Vierbeiner), aber auch Schlafsack sowie Unterlagsmatte. Günstigerweise sollte man einen guten Überblick haben, wo im Rucksack was verstaut ist, um die vorzuweisenden Gegenstände ohne umständliches Kramen und komplettes Neupacken zu finden.

Der Start erfolgt für gewöhnlich recht früh, um die kühlen Morgenstunden auszunützen, was für die Hunde deutlich angenehmer ist. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie dieser Teil des Dogtrekkings organisiert sein kann:

  • Man bekommt bereits bei der Anmeldung eine fixe Startzeit zugewiesen, zu der man (frühestens) losgehen oder –laufen darf. Startet man erst später (obwohl die Zeit für einen bereits läuft), ist das meist weiter kein Problem, ein früherer Aufbruch allerdings ist logischerweise nicht erlaubt.
  • Bei der Vorgabe eines Zeitfensters hat man die Freiheit, irgendwann innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes (z.B. zweier Stunden) zu starten. Die tatsächliche Aufbruchszeit wird notiert und gilt als Startzeit.
  • Bei einem Massenstart wird gemeinsam zu einer vorgegebenen Uhrzeit gestartet. Allerdings ist diese Organisationsform – schon zur Vermeidung von Problemen zwischen den Hunden - eher selten.

Bei den ersten beiden Arten ist es üblich, immer nur ein, eventuell zwei Teams gleichzeitig loszuschicken, denn Dogtrekking soll kein Massenwandertag oder groß aufgezogener Ultramarathon mit Hundebegleitung sein. Trotz teilweise recht ansehnlicher Teilnehmerzahlen sind die Organisatoren jeweils bestrebt, die Selbstständigkeit der Teams auf die Probe zu stellen. Selbst bei einem Massenstart dehnt sich das Teilnehmerfeld erfahrungsgemäß auf den ersten fünf bis zehn Kilometern so, dass man unter Umständen sehr lange auf keine Kontrahenten trifft.

 

Das Trekking selbst führt meist über recht abwechslungsreiches Gelände. Im Laufe der Zeit habe ich bei Dogtrekking-Rennen mit meinen Hunden bereits Wälder, Sümpfe, alpine Felsenpfade, Schipisten, brückenlose Bäche und sogar Städte durchqueren bzw. überwinden müssen/können/dürfen/sollen. Bei eintägigen Veranstaltungen gelangt man etwa nach einer Marathondistanz wieder ins Ziel, zweitägige gehen für gewöhnlich über die doppelte Strecke oder mehr.

 

Bei letzteren gibt es im Zusammenhang mit dem Biwak auch wieder zwei Organisationsformen:

Dogtrekkings mit und ohne Pflichtbiwak.

  • Im ersten Falle sind die Tagesstrecken genau festgelegt – ebenso wie der Ort der Übernachtung. Idealerweise ist die Aufteilung der beiden Tageskilometerstrecken ungefähr gleichmäßig (was aber aus organisatorischen Gründen nicht immer möglich ist). Beim Eintreffen am Biwakplatz wird die Zeitnehmung angehalten und erst am nächsten Tag beim Aufbruch zur zweiten Etappe wieder aufgenommen. Oftmals erwartet die Trekker Verpflegung, Live-Musik und ein gemütliches Beisammensein nach den Strapazen der ersten Tagesetappe.
  • Im zweiten Falle liegt es im Ermessen jedes einzelnen Teilnehmers, wann, wo und wie lange biwakiert wird. Selbstverständlich ist es auch möglich, nach Einbruch der Dunkelheit weiterzumarschieren oder zu –laufen. Auf alle Fälle läuft die Zeitnehmung ebenfalls weiter – es sollte also ein vernünftiger Kompromiss zwischen notwendiger Erholung und flottem Vorankommen gefunden werden. Die Fraktion der Läufer verzichtet für gewöhnlich auf ein Biwak und läuft unter Einsatz der Stirnlampe das Rennen in einem Stück zu Ende.

 

Das Erreichen des Ziels ist bei jedem Dogtrekking erneut ein wunderbares Erlebnis. Das Bewusstsein, eine beachtliche Strecke mit seinem vierbeinigen Teampartner gut gemeistert zu haben, entschädigt für die unweigerlich im Laufe der Veranstaltung auftretenden Phasen von Müdigkeit und geringer Motivation (die erfahrungsgemäß meist zwischen Kilometer 20 und 30 erstmals auftreten). Jeder, der es geschafft hat, sich in Zusammenarbeit mit seinem Hund so weit voranzutreiben, dass er zwei Marathondistanzen oder mehr am Stück und in teilweise schwierigem Gelände zurückgelegt hat, weiß, was es heißt, stolz auf die miteinander errungene Leistung zu sein. Traditionellerweise wird jeder Teilnehmer beim Zieleinlauf vom Applaus der bereits anwesenden Kontrahenten und/oder des Organisationsteams begrüßt – eine Geste, die praktisch allen Finishern unwillkürlich ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dieser Moment ist für mich persönlich immer der absolute Höhepunkt eines Dogtrekkings. Aus Gesprächen mit anderen Trekkern weiß ich auch, dass ich mit dieser Meinung ganz und gar nicht alleine dastehe. Es sind wirklich grandiose Momente, die man erlebt haben sollte, und die einen für vieles entschädigen, was man bis dahin meist durchlitten hat.

 

Die Siegerehrung bzw. die Abschlussveranstaltung findet entweder noch am Abend des zweiten Renntages statt oder – vor allem, wenn Teams noch spät unterwegs sind – am darauf folgenden Vormittag. Üblicherweise erwarten alle Teilnehmer Urkunden, Preise und Geschenke der Sponsorfirmen (vor allem Produkte für die vierbeinigen Athleten). Den Ausklang des Abends bildet meist ein erneutes geselliges Beisammensein, nicht selten mit Musik, Tanz und vielen Erzählungen vom eben zurückgelegten Trail.

 

 

Für eine eintägige Veranstaltung sollte man sich also idealerweise drei, für eine zweitägige vier Tage Zeit nehmen, um keine Hektik aufkommen zu lassen. Außerdem zeugt es nicht gerade von sehr großem Gemeinschaftssinn, wenn man erst am Morgen des Starts zur ersten Etappe im Camp ankommt oder noch vor der Abschlussveranstaltung abreist. Die soziale Komponente – Gespräche mit anderen „Hundemenschen“, das Pflegen alter oder Knüpfen neuer Kontakte – ist ein essentieller Teil jedes Dogtrekkings, meines Erachtens nach ein beinahe genauso wichtiger wie das Meistern des Trails. Wirkliche Dogtrekker erkennt man daran, dass ihnen das Rundherum um die sportliche Herausforderung auch am Herzen liegt. Freundschaftlicher Austausch (unter Umständen auch über Sprachbarrieren hinweg) macht diesen Sport so wertvoll, denn auch der Mensch ist ein Rudeltier, vergessen wir das nicht!