Beim Dogtrekking sind Zwei- und Vierbeiner durch eine Leine verbunden – das ist bei Veranstaltungen Teilnahmebedingung und bei individuellen Touren ist es das primäre Unterscheidungsmerkmal zwischen Wandern (oder Langstreckenlauf) mit Hundebegleitung und Dogtrekking. Im zweiten Kapitel bin ich auf diesen Unterschied bereits eingegangen und möchte den Leser nicht mit einer Wiederholung meiner Gedanken zu dem Thema langweilen.

Eben wegen dieser Verbindung zu einem Team sind aber einige Ausrüstungsgegenstände wichtig, die im normalen Zusammenleben von Mensch und Hund vielleicht nicht so viel Beachtung finden wie beim Dogtrekking.

 

Hierbei möchte ich zuallererst das Geschirr des Hundes erwähnen.

Aufgrund der Verletzungsgefahr sollte man seinen Hund - außer in Ausnahmesituationen - nicht am Halsband führen (abgesehen davon, dass es bei Dogtrekking-Veranstaltungen auch nicht regelkonform ist). Da er ja idealerweise durch Zugarbeit im richtigen Moment den Menschen unterstützen sollte, ist hier unbedingt ein Brustgeschirr zu verwenden. Die Produkte, die man in herkömmlichen Tierzubehörgeschäften zu kaufen bekommt, sind hierfür größtenteils keine gute Wahl: Auch wenn sie teilweise durchaus gut geschnitten und anpassbar sein mögen, weisen die meisten Geschirre recht dünne Riemen ohne oder ohne ausreichende Polsterung auf. Diese handelsüblichen Führ- oder Norwegergeschirre, sind zwar in der Not für kürzere Dogtrekking-Touren (besonders mit Hunden, die keine nennenswerte Zugarbeit leisten) brauchbar, sollten aber, wenn man diesen Sport ernsthaft betreiben möchte, ein Anfangsprovisorium bleiben – es gibt deutlich geeignetere Alternativen:

Stark ziehende Hunde sollten auf alle Fälle mit einem (für den Schlittenhundesport entwickelten) X-Back-Geschirr unterwegs sein. Dieses verteilt die Last anatomisch günstig und unterstützt den Hund in einer für ihn gesunden Körperhaltung. Es ist an den richtigen Stellen – vor allem im Brust- und Schulterbereich – verstärkt und gepolstert. Prinzipiell passt es dann gut, wenn die Halsöffnung weit genug ist, dass man zusätzlich zum Hals des Hundes noch zwei bis drei Finger durchstecken kann, das spitze Ende des Geschirrs unter Zug zum Schwanzansatz des Hundes  reicht und die seitlichen Riemen nicht zwischen Ellbogen und Brustkorb reiben können. Der Nachteil dieser Geschirrart liegt darin, dass es bei Tieren, die nicht ausreichend auf Zug gehen, häufig schlecht sitzt und die Hunde dann unter Umständen einer höheren Gefahr des Hängenbleibens an Ästen oder anderen Hindernissen ausgesetzt sind. Immer wieder kommen auch Variationen dieser Geschirrart auf den Markt und so muss man wahrscheinlich einige Zeit darauf verwenden, für seinen Hund das beste Modell zu finden, doch der Aufwand lohnt sich – für den Vierbeiner zumindest – bestimmt.

Wenn man ein Führgeschirr verwendet (das macht besonders bei nicht oder nicht stark ziehenden Hunden Sinn), sollte man ebenfalls darauf achten, dass es gut gepolstert ist. Noch einmal: Supermarktware (auch wenn sie eher hochpreisig sein mag) kann aus qualitativen Überlegungen und im Interesse des Hundes nicht empfohlen werden! Am besten bezieht man diese Ausrüstungsteile von Herstellern, die sich auf Produkte für den Hundesport spezialisiert haben. Empfehlenswert sind generell eher glatte Materialien, die weniger Wasser aufnehmen als flauschig gefütterte Geschirre. Die Breite der Riemen sollte nicht zu gering sein, damit ein Einschneiden des Geschirrs an zugbelasteten Stellen verhindert wird.

Viele Hersteller – einige empfehlenswerte Firmen sind im Anhang erwähnt – entwickeln für verschiedene Aktivitäten und für die unterschiedlichen anatomischen Gegebenheiten der verschiedenen Hunderassen immer wieder neuartige Geschirre. Generell aber gilt: Vor dem Kauf eines Brustgeschirres sollte die Möglichkeit gegeben sein, es dem Hund anzuprobieren, am besten im Beisein eines erfahrenen Hundesportlers, der beurteilen kann, ob die Passform tatsächlich perfekt ist. Und letzten Endes muss man die Tauglichkeit eines Brustgeschirrs in der Praxis testen – erst dort lernt man Vor- und Nachteile eines Produktes wirklich kennen.

 

Die Verbindung zwischen Zwei- und Vierbeiner bildet die Leine.

Hier gibt es viele verschiedene Produkte und kaum ein Hundebesitzer  wird sich für den Sport Dogtrekking unbedingt extra eine Leine zulegen müssen. Allerdings gibt es einige Punkte, die ich doch zu bedenken geben möchte:

Beim Dogtrekking wird von einer Leine etwas mehr verlangt, als beim üblichen Spazierengehen. Einerseits kann sie sehr widrigen Wetterbedingungen ausgesetzt sein – dies bedingt ein Material, das möglichst wenig Wasser aufnimmt und bei tiefen Temperaturen auch noch weich bleibt. Andererseits ist es nicht unangenehm, wenn die Leine nicht zu schwer ist. Meiner Erfahrung nach sollte man aus all diesen Gründen auf eine herkömmliche Lederleine verzichten und am ehesten Kunststoffen den Vorzug geben. Weiters ist es beim Dogtrekking üblich, durch Verwendung eines Bauchgurts die Hände frei zu haben; im Interesse von Hund und Mensch ist deshalb dringend ein Ruckdämpfer (wie er auch im Schlittenhundesport Verwendung findet) zu empfehlen – dieser federt plötzliche, ruckartige Bewegungen des Hundes ab und schont somit sowohl den Tier- als auch den Menschenrücken. Er wird mittels Karabinern zwischen Bauchgurt und Leine montiert. Eine Alternative ist die Verwendung einer Leine mit eingebautem Ruckdämpfer, diese Produkte sind meist deutlich leichter als die Kombination aus Ruckdämpfer, Karabinern und normaler Leine – vor allem bei Dogtrekkings in schwierigem Gelände kann weniger Gewicht Vorteile in der Beweglichkeit bieten. Sollte man Touren bei Minusgraden planen, ist darauf zu achten, dass die Leine keine Stahl- sondern Messingkarabiner aufweist: Diese sind zwar teurer und nicht überall zu bekommen, sind aber bei tiefen Temperaturen besser zu öffnen und zu schließen.

Letzten Endes ist es natürlich auch möglich, sich seine ideale Leine (zum Beispiel aus einem Kletterseil) selbst herzustellen – wer spleißen kann, ist hier deutlich im Vorteil.

Weiter oben wurde schon der Bauchgurt erwähnt, hier einige Tipps zu diesem Ausrüstungsgegenstand:

Es werden in den diversen Shops verschiedene Modelle angeboten. Prinzipiell kann man hierbei zwei Grundformen unterscheiden: einerseits die Bauchgurte, die einem überbreiten Gürtel ähneln, der allerdings mit Ösen zur Befestigung einer Leine ausgerüstet ist, andererseits die Gurte, die vom Aufbau bzw. der Kraftübertragung eher Ähnlichkeit mit einem Klettergurt besitzen. Erstere punkten in der einfachen Handhabung – sie sind sehr schnell und einfach an- und abgelegt, haben aber den Nachteil, durch ihre Konstruktion die Zugkraft ausschließlich auf den unteren Rücken des Menschen zu übertragen. Die ihnen zugrunde liegenden Modelle sind auch ursprünglich nicht für Canicross oder Dogtrekking entworfen worden, sondern hatten die Funktion, den Musher mit dem Schlitten zu verbinden, damit er im Fall eines Sturzes nicht sein Team inklusive seiner Ausrüstung in den Weiten der schneebedeckten Landschaft verschwinden sehe.

Zweitere (die klettergurtähnlichen Modelle) sind zwar etwas umständlicher anzulegen, verteilen die Zugkraft aber auf den Beckenbereich, was besonders bei stark ziehenden Hunden deutlich angenehmer ist. Auch rutschen diese aufgrund ihrer Bauweise nicht nach oben. Sie bieten weiters den Vorteil, dass die Leine in einem flacheren Winkel zum Hund führt, was ein Ziehen für diesen angenehmer macht, da auch das Brustgeschirr durch diesen Umstand besser sitzt. Beide Arten von Produkten haben ihre Fans in der Dogtrekkingszene und so muss man auch hier nach persönlichen Vorlieben, dem Trainingszustand des betreffenden menschlichen Rückens und eben der Zugfreudigkeit des Hundes entscheiden.

Manche Dogtrekker, die bereits Bergerfahrung (und damit die entsprechende Ausrüstung) haben, verwenden übrigens auch gerne gleich ihren Klettergurt – die Verteilung der Zuglast ist dann eine ähnliche wie eben beschrieben.

 

Unter Umständen kann der Hund auch mit Packtaschen gehen und so einen Teil des Gepäcks (vor allem leichtere Gegenstände oder Dinge, an die man ohne Absetzen des eigenen Rucksacks herankommen möchte) übernehmen. Auch hier gilt, dass die Packtaschen (oder besser deren Haltesystem) gut sitzen müssen, keine Druckstellen oder scheuernde Bereiche verursachen dürfen und der Hund bereits im Vorfeld schrittweise an das Tragen der Taschen gewöhnt worden ist. Packtaschen werden nicht über dem Brustgeschirr, sondern stattdessen angelegt und bieten günstigerweise die Möglichkeit, die Leine direkt an ihnen einzuhaken. Ich empfehle, den Hund nicht mehr als 20 Prozent seines Körpergewichts tragen zu lassen, eher sogar weniger, da die Lastverteilung auf der Wirbelsäule durch die horizontale Lage eine deutlich ungünstigere als beim (aufrecht gehenden) Menschen ist. Bei höheren Temperaturen sollte man die Taschen hin und wieder abnehmen, damit es zu keinem Hitzstau beim Hund kommen kann – wie wir alle wissen, ist die schlechtere Wärmeregulation ein körperlicher Nachteil unserer vierbeinigen Sportgefährten uns gegenüber.

 

Booties – Hundeschuhe, wie sie auch im Schlittenhundesport verwendet werden – sind zumeist Teil des Pflichtgepäcks bei Dogtrekking-Rennen. Auch wenn der eigene Hund für lang andauernde Belastung unempfindliche Ballen haben mag, ist es doch im Falle einer akuten Verletzung günstig, einen Schutz über der gereinigten und verbundenen Wunde zu haben. Dies verhindert, dass der Verband zerreißt bzw. staubig oder allzu schmutzig wird. Unter Umständen sollte man das Tragen von Booties vor der erstmaligen Verwendung im Ernstfall (zum Beispiel auf scharfkantigen Steinen oder anderen kritischen Untergründen) zu Hause ausprobieren – Hunde brauchen eine Weile, bis sie sich an das ungewohnte Gefühl dieser Fremdkörper an ihren Füßen gewöhnt haben. Erfahrungsgemäß reagieren sie entweder mit sofortiger Entfernung der Booties von ihren Füßen oder staksen wie der sprichwörtliche „Storch im Salat“ damit herum. Beides macht einem Hundehalter in einer ohnehin stressigen Situation (hervorgerufen durch zum Beispiel einen verletzten Hund plus schwierigem Gelände und hereinbrechendem Schlechtwetter) nicht wirklich viel Spaß.

 

Für unterwegs ist auch ein Hundenapf (für Wasser und Futter) unentbehrlich, bei Dogtrekking-Veranstaltungen sogar vorgeschrieben. Ich persönlich habe die besten Erfahrungen mit Faltnäpfen gemacht. Sie sind leicht, kleinst verpackbar und können – da meist dicht zu verschließen - auch als Futterbehälter dienen. Manche Hunde allerdings knabbern sie gerne an, was weder für den Vierbeiner noch für den Napf günstig ist. Man sollte sie also nicht ohne Beaufsichtigung miteinander alleine lassen, wobei der Napf in einer solchen Situation deutlich gefährdeter ist.

 

Auch verschließbare Kunststoffbehälter, wie man sie auf einschlägigen Parties, aber auch andernorts erwerben kann, haben sich auf Touren bewährt.